Am Mittwoch, den 7. Oktober 2026, stellt Thomas Medicus seinen neuen Roman "Vaterlos - ein Tatsachenroman" in der Rieterkirche St. Marien und Christophorus in Kalbensteinberg vor. Der aus Gunzenhausen stammende Autor hat sich darin nach über fünf Jahrzehnten einem familiären Trauma gestellt.
Die Hauptfigur des Romans T. ist 17 Jahre alt als sich sein Vater, angesehener Arzt in einer süddeutschen Kleinstadt, im Jahr 1971 das Leben nimmt. Er stirbt nicht allein, eine jüngere Geliebte ist bei ihm. Ein familiäres Trauma - und ein öffentlicher Skandal. Die Welt der alteingesessenen Familie zerfällt. Zurück bleiben zwei halbwüchsige Kinder, eine vierzigjährige Witwe und die alte Mutter, die das Grab pflegt und zu trinken beginnt. Medicus' Roman ist nicht nur ein bewegender "Heimatroman", in dem Medicus sich mit seiner Herkunft und Familie auseinandersetzt und einmal mehr seinen Heimatbegriff hinterfragt, sondern auch ein Beleg seiner literarischen Reife.
Neben vielen anderen regionalen Bezügen, findet sich im Roman auch eine Verbindung in die Rieterkirche nach Kalbensteinberg, wo Medicus' Ur-Großvater Ende des 19. Jahrhunderts Pfarrer war. Hier findet die Lesung statt, die von Buchhändlerin Bettina Balz, einer langjährigen Freundin des Autors, moderiert wird. Die Lesung beginnt um 19 Uhr - Einlass ist um 18.30 Uhr. Für Interessierte bietet die Kirchengemeinde die Möglichkeit um 18 Uhr an einer Kirchenführung teilzunehmen. Der Eintritt kostet 12 Euro. Karten gibt es in der Buchhandlung am Färberturm und im Pfarramt der Evang.-Luth. Kirchengemeinde Kalbensteinberg.
Thomas Medicus, in Gunzenhausen geboren und aufgewachsen, ist Journalist und Publizist. Heute lebt Thomas Medicus als freier Publizist in Berlin und Wien. 2012 veröffentlichte er die Biographie Melitta von Stauffenberg, 2014 das erzählende Sachbuch "Heimat. Eine Suche", in dem er sich mit der NS-Vergangenheit seiner Geburtstadt auseinandersetzte, 2020 folgte die Doppelbiographie Heinrich und Götz George. Zuletzt erschien 2024 Klaus Mann.