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Ökumenischer Rat der Kirchen 2006: Agape-Aufruf für eine gerechtere Welt

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Agape-Aufruf für eine gerechtere Welt

Der Ökumenische Rat der Kirchen hat in seiner 9. Vollversammlung vom 14.-23.02.2006 in Porto Alegre, Brasilien den nachstehend in Auszügen wiedergegebenen Agape-Aufruf verabschiedet und richtet sich damit an alle Kirchen und Gemeinden:


„Wir, die Vertreter und Vertreterinnen von Kirchen, die wir zur 9. Vollversammlung des Ökume-nischen Rats der Kirchen zu-sammengekommen sind, möchten betonen, dass eine Welt ohne Armut nicht nur möglich ist, sondern in Übereinstimmung steht mit Gottes Gnade für die Welt. ... Alle, die am AGAPE-Prozess mitgewirkt haben, äußerten ihre Sorge über die wachsende Ungleichheit, die Konzentration von Reichtum und Macht in den Händen einiger weniger und die Zerstörung der Erde - alles Faktoren, durch die die skandalöse Armut im Süden und immer mehr auch im Norden noch verschlimmert wird.

...Wir sind in Porto Alegre versammelt, der Wiege des 'Weltsozialforums (WSF), und fühlen uns... darin bestärkt, dass Alternativen möglich sind. ...

Wir sind uns bewusst, dass die Spaltungen dieser Welt auch unter uns existieren. Dennoch wagen wir zu glauben und zu bekennen, dass wir dazu berufen sind, eins in Jesus Christus zu sein und verwandelt zu werden durch die Gnade Gottes zum Wohle allen Lebens auf der Erde.

 

Wir fühlen uns aufgerufen, die wirtschaftliche Globalisierung im Auge zu behalten und umzugestalten, und appellieren daher an uns als Kirchen, gemeinsam mit den Menschen anderer Glaubensgemeinschaften und Bewegungen aktiv zu werden. ...


1. Wir verpflichten uns erneut, durch die Entwicklung solidarischer Volkswirtschaften und überlebensfähiger Gemeinschaften für die Beseitigung von Armut und Ungerechtigkeiten zu arbeiten: Wir werden von unseren Regie-rungen und den internationalen Institutionen verlangen, dass sie über die Umsetzung ihrer Verpflichtungen zur Armutsbeseitigung und zur Nachhaltigkeit Rechenschaft ablegen.


2. Wir verpflichten uns erneut, uns durch kritisches Hinterfragen von Freihandel und einschlägigen Verhandlungen für gerechte internationale Handelsbeziehungen zu engagieren...


3. Wir verpflichten uns erneut, die Kampagne für den bedingungslosen Schuldenererlass sowie für die Kontrolle und Regulierung der globalen Finanzmärkte fortzusetzen. ...


4. Wir verpflichten uns erneut, uns an Aktionen zugunsten von nachhaltigen und gerechten Methoden der Nutzung und des Abbaus von Ressourcen zu beteiligen, in Solidarität mit indigenen Völkern, die versuchen, ihr Land, ihr Wasser und ihre Gemeinschaften zu schützen. ...


5. Wir verpflichten und erneut, uns dem weltweiten Kampf gegen die Zwangsprivatisierung von öffentlichen Gütern und Dienstleistungen anzuschließen...


6. Wir verpflichten uns erneut, uns in Solidarität mit Kleinbauern und landlosen Bauern für Landreformen einzusetzen...


7. Wir verpflichten uns erneut, mit sozialen Bewegungen und Gewerkschaften, die sich für menschenwürdige Arbeit und gerechte Löhne einsetzen, Bündnisse zu schließen. ...


8. Wir verpflichten uns erneut, uns aus biblischer und theologischer Sicht über die Frage von Macht und Imperium Gedanken zu machen und aus unserem Glauben heraus gegen hegemoniale Mächte standhaft Stellung zu beziehen. Jede Macht ist Gott gegenüber rechenschaftspflichtig. ..."

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